Über uns
Wir sind eine Freikirche und gehören zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) in Deutschland. Wir sind evangelisch, weil wir uns zum Erbe der Reformation bekennen. Wir sind freikirchlich, weil wir freiwillig kirchlich sein wollen, unabhängig vom Staat. Wir finanzieren uns ausschließlich aus Spenden. Wir sind eine Gemeinde von Gleichgesinnten, die aber die Unterschiede der Menschen in Bezug auf Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht oder Lebensgeschichte würdigt. Das, was uns verbindet, ist der Glaube an Gott, der in allem mächtig ist, die Liebe zu Jesus und zu allen, die ihn als den Herrn verehren und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes, die für uns unfassbar überraschend ist.
Ob im Gottesdienst, in den Gemeindegruppen, bei persönlichen Treffen oder in Veranstaltungen – wir fördern den Austausch und die Begegnung untereinander. Deshalb laden wir gerne in unsere Kirche ein.
Wichtig sind uns Offenheit und Wertschätzung für den Anderen. Wir wollen deshalb Aufmerksamkeit schenken, zuhören und in guter Gemeinschaft miteinander leben. An unserem christlichen Lebensstil und der Liebe untereinander soll uns jeder erkennen. Wir wollen niemanden ausgrenzen.
Wir sind überzeugt, dass die Bibel Gottes Wort ist. Unser Leben soll durch Nachfolge und von christlichen Werten bestimmt werden.
Mit großer Freude taufen wir Menschen als Erwachsene aufgrund ihres persönlichen Zeugnisses. Nach der Taufe wird man in die Gemeinde aufgenommen, um dort für die Nachfolge gestärkt und ausgerüstet zu werden.
Als Gemeinde sind wir von Gott aufgerufen, für die Bewahrung der Schöpfung aktiv zu sein und auch für die Bedürfnisse der Menschen in unserer Umgebung.
Uns liegen sehr die Bewohner im Dorf und Umland am Herzen. Ein gutes und offenes Miteinander ist uns sehr wichtig, damit wir uns für die Bedürfnisse jedes Einzelnen einsetzen können.
Unsere Gemeinde fördert verschiedene missionarische Projekte im Ausland als Hilfe zur Selbsthilfe.
Auch für die Menschen in unserer Umgebung fördern wir verschiedene diakonische Projekte, um praktisch tätig zu werden.
Geschichte
Wir nennen uns Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde und gehören zur weltweiten Kirche der Baptisten. Gegründet wurden die Baptisten in England Anfang des 17. Jahrhunderts und etwa zeitgleich in den heutigen USA. Auf dem europäischen Festland wurde die erste Baptistengemeinde in Hamburg im Jahr 1834 von Johann Gerhard Oncken gegründet. Von Hamburg aus kam es in ganz Europa zu Gemeindegründungen. Zu Onckens Tod 1884 gab es im „deutschen Bund“ 165 Gemeinden mit 32.000 Mitgliedern. Heute zählt die Freikirche in Deutschland zusammen mit den ChristusForum-Gemeinden 75.767 Mitglieder in 786 Gemeinden. (Stand 2022).
Der Name Baptist leitete sich vom griechischen Wort „baptizein“ für „taufen, untertauchen“ ab. Baptisten pflegen die Gläubigentaufe statt der Säuglingstaufe. Grundsatz ist: Erst kommt der Glaube, dann die Taufe.
Die Gemeinde in Neudorf-Platendorf kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Das lang gestreckte Dorf im Moor wurde 1796 gegründet. Die Kolonisten, die dort siedelten, hatten ein schweres Leben. Erst die dritte Generation konnte damit rechnen, ein Auskommen zu haben. Zur materiellen Not kam die seelische, sodass sich schon sehr früh Menschen zu den Kolonisten aufmachten, um ihnen von Jesus zu erzählen. So einer war Johann Wilkens aus Wittingen. Er wurde 1844 von Oncken in Hamburg getauft. Der Schuhmachermeister verließ immer wieder seine Werkstatt und hielt, trotz scharfer Verbote, Stubenversammlungen in den Dörfern ringsum, verteilte Bibeln und Traktate, so auch in Platendorf. Hier traf er Ludwig Hornburg, den er am 24. September 1854 in der Ise bei Wahrenholz taufte. Ab da setzt die nachweisbare Geschichte unserer Gemeinde ein. Für lange Zeit waren die Baptisten in Platendorf die einzige Kirche, die vor Ort regelmäßig Gottesdienste abhielt.
1894 wurde das Gemeindehaus gebaut, das heute noch besteht. 1900 wurde die Gemeinde selbständig mit eigenem Vorstand, eigenem Pastor und eigenem Haushalt. Durch die Flüchtlingsströme nach dem 2. Weltkrieg wuchs die Gemeinde bis 1963 auf 342 Mitglieder an. Viele Mitglieder wanderten in die USA aus. Die Zweiggemeinde in Gifhorn wurde selbständig. So pendelte sich die Mitgliederzahl in Platendorf um die 100 ein.
2011 konnte die Gemeinde ihre neue Kirche nach zweijähriger Bauzeit einweihen. Der Neubau wurde ausschließlich aus Spenden finanziert und mit viel ehrenamtlichen Einsatz errichtet. 2012 gewann die neue Kirche einen Architekten-Wettbewerb und gilt als gelungenes Konzept für eine „zurückhaltende Ästhetik“. Der Sakralbau erzielt mit vergleichsweise geringen Mitteln eine hohe spirituelle Wirkung. Er wird den Bedürfnissen einer Gemeinde gerecht, die modern und moderat ist und die im Laufe von 160 Jahren an einem Ort viel bewegt hat.